Mittwoch, 15. Mai 2013
Vor- und Rückschau
Ein Todesfall, ein Scheidungsfall und ein Fall für die Reha: Es ist immer wieder hart, nach Hause zu kommen, in dieses vollbeschäftigte Wirtschaftswunderland meiner Heimatstadt und dann zu hören, dass es trotzdem drunter und drüber geht. Sie machen alles richtig, sie halten sich an die Regeln und tun, was man von ihnen verlangt: Und was ist die Belohnung?
Ja. Schlimm. Furchtbar. Und mit sowas im Kopf fährt man dann nach Italien zur Mille Miglia.
Und deshalb habe ich halb daheim, halb schon in Italien darüber einen Beitrag geschrieben, über die Ungerechtigkeit und die Frage, was das alles noch mit Moral zu tun hat, im Blog der FAZ und im Kommentarblog. Ich suche in Italien keine Autos, eher Vergessen und Erlösung.
Oh, und ich habe übrigns auch über Autos geschrieben, und über Drosselkom, und es zu verlinken vergessen, hier wie dort.
Ja. Schlimm. Furchtbar. Und mit sowas im Kopf fährt man dann nach Italien zur Mille Miglia.
Und deshalb habe ich halb daheim, halb schon in Italien darüber einen Beitrag geschrieben, über die Ungerechtigkeit und die Frage, was das alles noch mit Moral zu tun hat, im Blog der FAZ und im Kommentarblog. Ich suche in Italien keine Autos, eher Vergessen und Erlösung.
Oh, und ich habe übrigns auch über Autos geschrieben, und über Drosselkom, und es zu verlinken vergessen, hier wie dort.
donalphons, 23:35h
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Der Nachwuchssau den fetten Arsch schmieren?
Gestern las ich im Zusammenhang mit der Adblockergeschichte aus dem Umkreis rechtsreaktionärer Nachwuchsshmierer aus der CSU-Förderung, es führe kein Weg an einer Paywall eines Inhaltekonsortiums vorbei. Natürlich bei Twitter, in einem Satz, dafür reicht bei dieser Brut die Argumentationsfähigkeit gerade noch. Dass sie so denken, ist vermutlich kein Zufall, denn auch mit direkten Verbindungen zur Skandalpartei sieht es für diese Leute zappenduster aus. Darüber konnte ich dann bei der Anfahrt nach Brescia nachdenken, und nachdem bei der Barchetta der Scheibenwischer ausgefallen war, das ansonsten nicht mehr erhältliche Ersatzteil, gebraucht bestellt, dank Hermes und ihrer Klingellesekünste bei einem Nachbarn lag, der im Krankenhaus ist, und ich daher in einem
SAGENHAFT BESCHISSENEN
Citroen Berlin(!!!)go Exclusive Diesel
unterwegs war, hatte ich viel Zeit und gute Laune zum Wälzen der Überlegungen.

(Der Tegernsee. Meine Befriedigung, dort zu leben, wo dieses Pack nur zum Schulen hin darf und nie wohnen wird, ist unbegrenzt)
Zuerst mal muss ich selbst sagen, dass diese Adblockergeschichte zwei Seiten hat: Ich habe selbst oft genug erlebt, wie schlampige und aufdringliche Werbung bei mir den Computer behindert hat, was eigentlich unerträglich ist, wenn man wirklich auf so einer Seite arbeitet. Die FAZ ist nach meiner Erfahrung erträglich und hat da auch einiges dazugelernt, andere Seiten dagegen wie Focus oder Stern besuche ich erst gar nicht, weil die Werbung sie nach meinem Verständnis unbrauchbar macht. Ich kann Adblocker verstehen, auch wenn ich selbst keinen habe und Werbung nur insofern sehe, als ich dann weiss, wo ich nicht kaufe.
Unabhängig davon bin ich der Meinung, dass es zu viele schlechte Medien und Journalisten gibt. So, wie es auch zu viele schlechte Berater gibt, schlechte Ärzte, schlechte Automechaniker, und eine gewisse Marktbereinigung bringt in der Sache sicher mehr als gute Worte in Journalistenschulen oder leise Zweifel bei der Annahme von Einladungen zu 7-gängigen Menüs. Also möchte ich schon beim ersten Schritt, der da lautet: Mehr Geld! - fragen: Wozu? Für so einen dahergelaufenen Schmierfinken wie Dich, der dann eher als Betriebsfilz im BR enden wird?

Der zweite Schritt lautet: Die Angebote sind, ganz egal ob von einer Zeitung oder von allen sog. Qualitätsmedien zusammen, nicht gut genug. Den zynischen Dreck, den SPON macht (Fussballdribbler überrollt, Haartransplantation, Fussball, Neid, kicher), liest man vielleicht, aber man kauft ihn nicht. Gesinnungsgeschmier, Parteienpropaganda, gekaufte Autotests und Reiseberichte ohne Ehre: Das gibt es überall, dazu braucht man nicht die Qualitätsmedien, und das um so weniger, als der ganze Bereich Corporate Publishing im Moment enorm schnell lernt und aufholt und das, was man früher in Anzeigen steckte, jetzt lieber direkt an die Beeinflusserr zahlt (heute etwa in meinem Postfach: Wir schicken Dich nach Wales und dafür €€€€). In einer Welt, da die Firmen ohnehin die geschönten Bilder liefern und die Informationen perfekt aufarbeiten, ist der Journalismus nur noch eine Fassade, die ersetzt werden kann. Heute lacht man vielleicht noh über die Webseiten von Brause: In zehn Jahren arbeitet das Gschwerrl, das heute Paywalls fordert, vielleicht schon dort.
Ich habe für den journalistischen Nachwuchs nicht wirklich viel übrig; zumal man ja erwarten sollte, dass sie ein grosses Interesse haben, auf einem Feld wie meinem einen alten Sack zu verdrängen. Ich bin jetzt Mitte 40 und für Online schon viel zu alt, da sollten jetzt zig Leute, die Mitte 20, jung, stark, innovativ sind, antreten und sagen: Wir können das besser. Man muss sich nur mal den Dreck anschauen, der jedes Jahr beim Springer-Nachwuchswettbewerb herauskommt, oder diese blutarmen Witzfiguren anschauen, die äh also, äh, also vielleicht, äh bloggen, so mit ich und so äh vielleicht doch alle äh 2 Monate mal versuchen könnten, und die das alles nur in der Zeitung machen, ohne zu wissen, wie es ist, sich so etwas wie Publikum selbst zu erkämpfen: Die können es nicht und werden es nicht können. Es ist völlig in Ordnung, diesen Kotzbabies jeden Tag das Schwert der Chancenlosigkeit vor die Nase zu halten: Da draussen ist Krieg. Das ist nichts für Flauschhasis. Vielleicht werden wir auch alle krepierem, vielleicht ist in 10 Jahren nur noch jeder fünfte da und es ist ain alter, unkündbarer Sack, der für die letzten paar Zeitungsleser schreibt. Aber wenn das nicht so sein soll, muss man kämpfen, kämpfen, kämpfen. Und alle, die dazu keine Lust haben, sollten sich bitte dann vom Schlachtfeld verabschieden und ganz ehrlich, Bandarbeit schändet nicht.

Die anderen müssen ranklotzen. Und zwar an dir einzigen Kunden, die wir haben: Die Lesern. Nicht mit Paywalls oder Bitten, dass sie neben unseren Inhalten doch bitte auch Werbung klicken möchten, sondern darum, dass wir diejenigen sind, die sie wollen. Sie müssen unsere Arbeit schätzen und unsere Fähigkeit, ihnen zu dienen. Sie müssen nicht den Eindruck haben, dass wir die richtigen Begleiter sind: Wir müssen die richtigen Begleiter werden. Das war früher anders, aber im Internet muss man sich dafür den Arsch aufreissen und auch noch Nachts um drei pampige Kommentare beantworten. Onlinejournalismus ist so hart, der ganze Paradigmenwechsel wird so brutal, wie die dummdreiste Forderung nach einer Paywall einfach ist. natürlich könnte da erst mal etwas Geld reinkommen. Und die anderen Leser werden in die Arme der Firmen- und Lobbygeschichten getrieben, dafür, dass ein paar Kröten da sind, um der nächsten faulen Nachwuchssau den fetten Arsch zu schmieren.
Kurz, es gibt viele drängende Probleme. Die Bude brennt. Wir saufen ab. Jedes Jahr ein Stück mehr. Online dominieren Dreck und Abschaum, wir müssen darauf Antworten finden, und nicht SPON und Bild diese Welt überlassen. Nachwuchs, der Thoriumreaktoren grossschreibt und sich auf reaktionäre Netzwerke verlässt, soll bitte zur Seite gehen. Es geht um die Leser, dafür muss man arbeiten. Ist man dann gut genug, kann man vielleicht das Produkt auch verkaufen. Wenn nicht, geht man wenigstens mit gut geschriebenen Beiträgen unter.
Aber nichts mit widerlichen Karrieristen hinter eine Paywall, die nur wissen wollen, wo der Weg zum nächsten Pressetermin in Lugano ist.
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(Der Tegernsee. Meine Befriedigung, dort zu leben, wo dieses Pack nur zum Schulen hin darf und nie wohnen wird, ist unbegrenzt)
Zuerst mal muss ich selbst sagen, dass diese Adblockergeschichte zwei Seiten hat: Ich habe selbst oft genug erlebt, wie schlampige und aufdringliche Werbung bei mir den Computer behindert hat, was eigentlich unerträglich ist, wenn man wirklich auf so einer Seite arbeitet. Die FAZ ist nach meiner Erfahrung erträglich und hat da auch einiges dazugelernt, andere Seiten dagegen wie Focus oder Stern besuche ich erst gar nicht, weil die Werbung sie nach meinem Verständnis unbrauchbar macht. Ich kann Adblocker verstehen, auch wenn ich selbst keinen habe und Werbung nur insofern sehe, als ich dann weiss, wo ich nicht kaufe.
Unabhängig davon bin ich der Meinung, dass es zu viele schlechte Medien und Journalisten gibt. So, wie es auch zu viele schlechte Berater gibt, schlechte Ärzte, schlechte Automechaniker, und eine gewisse Marktbereinigung bringt in der Sache sicher mehr als gute Worte in Journalistenschulen oder leise Zweifel bei der Annahme von Einladungen zu 7-gängigen Menüs. Also möchte ich schon beim ersten Schritt, der da lautet: Mehr Geld! - fragen: Wozu? Für so einen dahergelaufenen Schmierfinken wie Dich, der dann eher als Betriebsfilz im BR enden wird?

Der zweite Schritt lautet: Die Angebote sind, ganz egal ob von einer Zeitung oder von allen sog. Qualitätsmedien zusammen, nicht gut genug. Den zynischen Dreck, den SPON macht (Fussballdribbler überrollt, Haartransplantation, Fussball, Neid, kicher), liest man vielleicht, aber man kauft ihn nicht. Gesinnungsgeschmier, Parteienpropaganda, gekaufte Autotests und Reiseberichte ohne Ehre: Das gibt es überall, dazu braucht man nicht die Qualitätsmedien, und das um so weniger, als der ganze Bereich Corporate Publishing im Moment enorm schnell lernt und aufholt und das, was man früher in Anzeigen steckte, jetzt lieber direkt an die Beeinflusserr zahlt (heute etwa in meinem Postfach: Wir schicken Dich nach Wales und dafür €€€€). In einer Welt, da die Firmen ohnehin die geschönten Bilder liefern und die Informationen perfekt aufarbeiten, ist der Journalismus nur noch eine Fassade, die ersetzt werden kann. Heute lacht man vielleicht noh über die Webseiten von Brause: In zehn Jahren arbeitet das Gschwerrl, das heute Paywalls fordert, vielleicht schon dort.
Ich habe für den journalistischen Nachwuchs nicht wirklich viel übrig; zumal man ja erwarten sollte, dass sie ein grosses Interesse haben, auf einem Feld wie meinem einen alten Sack zu verdrängen. Ich bin jetzt Mitte 40 und für Online schon viel zu alt, da sollten jetzt zig Leute, die Mitte 20, jung, stark, innovativ sind, antreten und sagen: Wir können das besser. Man muss sich nur mal den Dreck anschauen, der jedes Jahr beim Springer-Nachwuchswettbewerb herauskommt, oder diese blutarmen Witzfiguren anschauen, die äh also, äh, also vielleicht, äh bloggen, so mit ich und so äh vielleicht doch alle äh 2 Monate mal versuchen könnten, und die das alles nur in der Zeitung machen, ohne zu wissen, wie es ist, sich so etwas wie Publikum selbst zu erkämpfen: Die können es nicht und werden es nicht können. Es ist völlig in Ordnung, diesen Kotzbabies jeden Tag das Schwert der Chancenlosigkeit vor die Nase zu halten: Da draussen ist Krieg. Das ist nichts für Flauschhasis. Vielleicht werden wir auch alle krepierem, vielleicht ist in 10 Jahren nur noch jeder fünfte da und es ist ain alter, unkündbarer Sack, der für die letzten paar Zeitungsleser schreibt. Aber wenn das nicht so sein soll, muss man kämpfen, kämpfen, kämpfen. Und alle, die dazu keine Lust haben, sollten sich bitte dann vom Schlachtfeld verabschieden und ganz ehrlich, Bandarbeit schändet nicht.

Die anderen müssen ranklotzen. Und zwar an dir einzigen Kunden, die wir haben: Die Lesern. Nicht mit Paywalls oder Bitten, dass sie neben unseren Inhalten doch bitte auch Werbung klicken möchten, sondern darum, dass wir diejenigen sind, die sie wollen. Sie müssen unsere Arbeit schätzen und unsere Fähigkeit, ihnen zu dienen. Sie müssen nicht den Eindruck haben, dass wir die richtigen Begleiter sind: Wir müssen die richtigen Begleiter werden. Das war früher anders, aber im Internet muss man sich dafür den Arsch aufreissen und auch noch Nachts um drei pampige Kommentare beantworten. Onlinejournalismus ist so hart, der ganze Paradigmenwechsel wird so brutal, wie die dummdreiste Forderung nach einer Paywall einfach ist. natürlich könnte da erst mal etwas Geld reinkommen. Und die anderen Leser werden in die Arme der Firmen- und Lobbygeschichten getrieben, dafür, dass ein paar Kröten da sind, um der nächsten faulen Nachwuchssau den fetten Arsch zu schmieren.
Kurz, es gibt viele drängende Probleme. Die Bude brennt. Wir saufen ab. Jedes Jahr ein Stück mehr. Online dominieren Dreck und Abschaum, wir müssen darauf Antworten finden, und nicht SPON und Bild diese Welt überlassen. Nachwuchs, der Thoriumreaktoren grossschreibt und sich auf reaktionäre Netzwerke verlässt, soll bitte zur Seite gehen. Es geht um die Leser, dafür muss man arbeiten. Ist man dann gut genug, kann man vielleicht das Produkt auch verkaufen. Wenn nicht, geht man wenigstens mit gut geschriebenen Beiträgen unter.
Aber nichts mit widerlichen Karrieristen hinter eine Paywall, die nur wissen wollen, wo der Weg zum nächsten Pressetermin in Lugano ist.
donalphons, 12:03h
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: : : denn sie wissen nicht was sie tun sollen : : :
Freitag, 10. Mai 2013
Das Ende der Entwicklung
Unten geht es mit Bildern aus Brescia weiter - hier ist noch ein anderes:
Das sind 520 mal 335 Pixel in Originalgrösse aus dem Gesamtbild einer Olympus Pen E-P1 herausgeschnitten; einer Kamera, die schön langsam zu alten Eisen gehört, und deren Körper gerade bei Ebay für rund 100 Euro weggehen. Zusammen mit einem Adapter für Pentax K und einem relativ minderwertigen 55-200mm Teleobjektiv von Sigma, zusammen für unter 50 Euro gekauft, und mit etwas Einstellung am Schärfenring sieht kommt das so aus gut 30 Meter Entfernung in der Kamera an:
Draufklicken und sich vorstellen: Das Original hat immer noch mehr als die 10-fache Fläche des Grossbildes. Würde sich etwas ändern, wenn es das 15-fache wäre?
Natürlich gibt es jetzt die Nachfolgermodelle wie die E-P5, aber bei diesen Preisen und Preisverfällen kaufe ich dann doch lieber die E-P1, E-P2 und bald auch E-P3 als nicht zu wechselnde Basis für die Objektive, die es für ein paar Euro gibt und die jedes Kitobjektiv um Längen schlagen. Übrigens gibt es auch Panasonic G1 Körper inzwischen gebraucht unter der 100-Euro-Grenze.
Das ist jetzt mein System, das reicht mir. Und eine wirklich schönere Kamera als die Pens aus Metall habe ich auch noch nicht gesehen.
Das sind 520 mal 335 Pixel in Originalgrösse aus dem Gesamtbild einer Olympus Pen E-P1 herausgeschnitten; einer Kamera, die schön langsam zu alten Eisen gehört, und deren Körper gerade bei Ebay für rund 100 Euro weggehen. Zusammen mit einem Adapter für Pentax K und einem relativ minderwertigen 55-200mm Teleobjektiv von Sigma, zusammen für unter 50 Euro gekauft, und mit etwas Einstellung am Schärfenring sieht kommt das so aus gut 30 Meter Entfernung in der Kamera an:
Draufklicken und sich vorstellen: Das Original hat immer noch mehr als die 10-fache Fläche des Grossbildes. Würde sich etwas ändern, wenn es das 15-fache wäre?
Natürlich gibt es jetzt die Nachfolgermodelle wie die E-P5, aber bei diesen Preisen und Preisverfällen kaufe ich dann doch lieber die E-P1, E-P2 und bald auch E-P3 als nicht zu wechselnde Basis für die Objektive, die es für ein paar Euro gibt und die jedes Kitobjektiv um Längen schlagen. Übrigens gibt es auch Panasonic G1 Körper inzwischen gebraucht unter der 100-Euro-Grenze.
Das ist jetzt mein System, das reicht mir. Und eine wirklich schönere Kamera als die Pens aus Metall habe ich auch noch nicht gesehen.
donalphons, 21:00h
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Distanzierung
Ich möchte mich hiermit schon wieder aus dem gleichen Anlass öffentlich von dieser Figur da distanzieren.
Dass eine andere Altenbockum ihren Landsitz in Hoyerswerda hatte, ist da nur ein fieser Treppenwitz der Geschichte.
Dass eine andere Altenbockum ihren Landsitz in Hoyerswerda hatte, ist da nur ein fieser Treppenwitz der Geschichte.
donalphons, 20:03h
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: : : denn sie wissen nicht was sie tun sollen : : :
Mittwoch, 8. Mai 2013
Die Ultras: Fussball ist ihr Leben
Und dafür sollte es nach meiner Mewinung auch schon mal lebenslänglich geben, sage ich verblümt in der FAZ und im Kommentarblog.
donalphons, 10:01h
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: : : denn sie wissen nicht was sie tun sollen : : :
Sonntag, 5. Mai 2013
Gerecht in Stein
Natürlich kann man auch als Italienfreund Italien schreiendes Unrecht tun. Das ist nicht fein, und als Entschuldigung genügt es nicht, auf das Internet zu verweisen, wo aus Fanatikern Irre und aus Versagern Stalker werden - da hilft nur Einsicht in das eigene Fehlverhalten.


Zu keiner Stadt Italiens bin ich ungerechter als zu Florenz. Ich bin in den letzten Jahren so oft vorbeigefahfren, ich habe sogar über das Haus des exilierten Macchiavelli geschrieben, von dem aus man die Kuppel sieht, weil ich diese distanzierte Sehnsucht kenne - aber ich war nicht dort. Früher war Florenz das Ziel schlechthin, heute habe ich Angst, dass ich meine Jugend darin nicht mehr erkennen kann. Damals war 1 amerikanische Reisegruppe in den Uffizien, in die man einfach so gehen konnte, und diese Gruppe trug Kappen mit der Aufschrift "Road to Rome". Das waren noch Exoten. Heute könnte ich der Fremde in einer Vermarktungsmaschine sein, den sie beiseite drängen, wenn er im Giottokampanile photographieren will.


Ich muss da mal im November hin, wenn sonst keiner dort ist.
Zu Rom bin ich auch ungerecht. Rom ist grossartig, jeder Stein ist interessant, man könnte so viel machen, einen Beitrag auf den Spuren von Marcello aus La Dolce Vita etwa oder über die Höhlen am Stadtrand oder den Faschismus und dessen futuristische Formen - aber Rom ist mir zu gross. Es ist nicht zu gross, der Fehler liegt in mir. Ich kann nicht mehr mit solchen Städten, sie überfordern mich schnell. In Siena will ich bleiben, in Rom fahre ich mit der Mille Miglia weiter.


Sollte ich wirklich diesen Samstag nach Siena fahren, nicht wegen der Autos, eigentlich, sondern wegen der Stadt, der Krawatten und Tücher am Dom, und dann auf die magische Stunde warten, wenn der Himmel tiefblau und der Ziegel dunkelrot wird? Sollte ich danach wieder in die Pinakotheca gehen, wegen dieser einen Lorenzetti-Madonna, an der jeder Glaube zerbricht und die Profanität in Europa gewinnt, noch bevor die grosse Pest kommt? Zu Siena bin ich übergerecht.


Nein, die Stadt, die ich noch wirklich unangemessen schlecht behandle, ist Brescia. Eigentlich ist Brescia nämlich toll, grandios, bezaubernd, und vor allem weitgehend leer von Touristen. Ausser natürlich, wenn ich auch immer dort bin, zur Mille Miglia, die in diesem Jahr vermutlich noch ein wenig kaputtgerittener ist, als im letzten Jahr. Diese wunderbare Stadt ist für mich allenfalls ein verschwommener Hintergrund für Autobilder. Letztes Jahr nun habe ich eine Serie über das Eisen gemacht, das hier die Gärten einrahmt und eine Quelle des Reichtums der Stadt gewesen ist. Und dieses Jahr...


Dieses Jahr bin ich schon vor dem Gedröhne da und widme mich dem weissen Stein, auf dem und aus dem Brescia errichtet wurde. Der Ort steht ja geradezu auf dem Marmor, der hier aus der Erde bricht, hier wurde die erste Regelung zum Schutz antiker Inschriftensteine verabschiedet, und wann immer ich zwischen all dem Blech stand, kam der Moment, da ich den Blick hob und dachte: Hier müsste man mal mit einem Teleobjektiv her, und mit einem lichtstarken Portraitobjektiv.


Man müsste zeigen, was es sonst nich gibt, in dieser Stadt, wo der Cafe noch 80 Cent kostet und man den ganzen Nachmittag in einem Cafe auf dem Platz vor der Loggia sitzen kann, ohne dass man vom nächsten Schub Touristen verdrängt wird. Sonst komme ich doch auch immer, wenn sonst keiner kommt - nur in Brescia laufe ich mit mit geschmierter Journaille und Geschichtsvermarktern und des Deutschen nicht mächtigen Merceedesmitarbeitern ohne Tischmanieren. Das war ungerecht.


Und so bin ich jetzt gekommen, mit einem Teleobjektiv her, und mit einem lichtstarken Portraitobjektiv, und habe Bilder gemacht von Steinen und Menschen, die darin leben. Natürlich sollte man dort hin, wenn die Motoren brüllen. Und nochmal, wenn sie wieder weg sind.
Ja. Rom und Florenz, das werden noch harte Brocken.


Zu keiner Stadt Italiens bin ich ungerechter als zu Florenz. Ich bin in den letzten Jahren so oft vorbeigefahfren, ich habe sogar über das Haus des exilierten Macchiavelli geschrieben, von dem aus man die Kuppel sieht, weil ich diese distanzierte Sehnsucht kenne - aber ich war nicht dort. Früher war Florenz das Ziel schlechthin, heute habe ich Angst, dass ich meine Jugend darin nicht mehr erkennen kann. Damals war 1 amerikanische Reisegruppe in den Uffizien, in die man einfach so gehen konnte, und diese Gruppe trug Kappen mit der Aufschrift "Road to Rome". Das waren noch Exoten. Heute könnte ich der Fremde in einer Vermarktungsmaschine sein, den sie beiseite drängen, wenn er im Giottokampanile photographieren will.


Ich muss da mal im November hin, wenn sonst keiner dort ist.
Zu Rom bin ich auch ungerecht. Rom ist grossartig, jeder Stein ist interessant, man könnte so viel machen, einen Beitrag auf den Spuren von Marcello aus La Dolce Vita etwa oder über die Höhlen am Stadtrand oder den Faschismus und dessen futuristische Formen - aber Rom ist mir zu gross. Es ist nicht zu gross, der Fehler liegt in mir. Ich kann nicht mehr mit solchen Städten, sie überfordern mich schnell. In Siena will ich bleiben, in Rom fahre ich mit der Mille Miglia weiter.


Sollte ich wirklich diesen Samstag nach Siena fahren, nicht wegen der Autos, eigentlich, sondern wegen der Stadt, der Krawatten und Tücher am Dom, und dann auf die magische Stunde warten, wenn der Himmel tiefblau und der Ziegel dunkelrot wird? Sollte ich danach wieder in die Pinakotheca gehen, wegen dieser einen Lorenzetti-Madonna, an der jeder Glaube zerbricht und die Profanität in Europa gewinnt, noch bevor die grosse Pest kommt? Zu Siena bin ich übergerecht.


Nein, die Stadt, die ich noch wirklich unangemessen schlecht behandle, ist Brescia. Eigentlich ist Brescia nämlich toll, grandios, bezaubernd, und vor allem weitgehend leer von Touristen. Ausser natürlich, wenn ich auch immer dort bin, zur Mille Miglia, die in diesem Jahr vermutlich noch ein wenig kaputtgerittener ist, als im letzten Jahr. Diese wunderbare Stadt ist für mich allenfalls ein verschwommener Hintergrund für Autobilder. Letztes Jahr nun habe ich eine Serie über das Eisen gemacht, das hier die Gärten einrahmt und eine Quelle des Reichtums der Stadt gewesen ist. Und dieses Jahr...


Dieses Jahr bin ich schon vor dem Gedröhne da und widme mich dem weissen Stein, auf dem und aus dem Brescia errichtet wurde. Der Ort steht ja geradezu auf dem Marmor, der hier aus der Erde bricht, hier wurde die erste Regelung zum Schutz antiker Inschriftensteine verabschiedet, und wann immer ich zwischen all dem Blech stand, kam der Moment, da ich den Blick hob und dachte: Hier müsste man mal mit einem Teleobjektiv her, und mit einem lichtstarken Portraitobjektiv.


Man müsste zeigen, was es sonst nich gibt, in dieser Stadt, wo der Cafe noch 80 Cent kostet und man den ganzen Nachmittag in einem Cafe auf dem Platz vor der Loggia sitzen kann, ohne dass man vom nächsten Schub Touristen verdrängt wird. Sonst komme ich doch auch immer, wenn sonst keiner kommt - nur in Brescia laufe ich mit mit geschmierter Journaille und Geschichtsvermarktern und des Deutschen nicht mächtigen Merceedesmitarbeitern ohne Tischmanieren. Das war ungerecht.


Und so bin ich jetzt gekommen, mit einem Teleobjektiv her, und mit einem lichtstarken Portraitobjektiv, und habe Bilder gemacht von Steinen und Menschen, die darin leben. Natürlich sollte man dort hin, wenn die Motoren brüllen. Und nochmal, wenn sie wieder weg sind.
Ja. Rom und Florenz, das werden noch harte Brocken.
donalphons, 20:17h
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: : : denn sie wissen nicht was sie tun sollen : : :
Samstag, 4. Mai 2013
In einem anderen Sternenbild
Gardone ist dem Tegernsee nicht unähnlich; dort wäre ich wirklich überrascht - gar nicht entsetzt, einfach nur überrascht - würde mich dort ein Handtaschenverkäufer anhauen. Man fährt einfach von Limone ein paar Kilometer weiter, und die üblichen Erscheinungen der Armut hören auf. Statt dessen gibt es enorm gute Strassenreinigung. Und alle Gärten sind gepflegt. La Crisi hat hier keinen Platz, es gibt auch keine Sonderverkäufe oder andere Begleiterscheinungen des Niedergangs, über die noch zu sprechen sein wird. Dafür tanzen unten im Grand Hotel die Briten, man hört das kleine Jazzorchester durch die Nacht bis hinauf zu meiner sternenüberfunkelten Dachterrasse, die ich wohl als einziger der Gäste entdeckt habe. Oder bin ich der einzige, der sich die Türe zu öffnen traute? Der Deutsche macht öffentlich nur das, was ausdrücklich erlaubt ist.

Natürlich können sie auch anders, wenn sich etwa eine Möglichkeit bietet, das Nehmen in eigener Sache als hilfreich und sinnvoll darzustellen.Das geht allerdings nicht wirklich oft, was nach meinem Dafürhalten auch für die Neigung der Deutschen zu distanzierten Investitionen führt: Sparbuch, Festgeld, Aktie, aber weniger direkte Beteiligung an Firmen oder das Vermieten, wo die meisten durch Erbschaftsfälle dazu gekommen sind. Man muss diese Schutzfunktion der Anonymität vielleicht mit einrechnen, oder eben heraussubstrahieren, wenn man auf reale Werte kommen will.
Es fehlt oft ein wenig an der Dreistigkeit des Nehmen Wollens, auch wenn man ahnt, wie einem geschieht, wenn das kommt: Diese halb dreisten, halb vorsichtig absichernden Nachfragen, die einen in Sicherheit wiegen sollen, so schlimm sei das doch gar nicht - und dann kommt der schnelle Zugriff, das Einheimsen, und die Kontrolle, ob man das schluckt, weil Wiederholungen hier gefallen können. Hier könnte man lernen, aber nach meinen Erfahrungen neige ich eher dazu, mein Eigen festzuhalten und zu hoffen, im Dunklen übersehen zu werden, wie ein Gebälkträger in einer Kirche: Nehmt es von woanders her, ihr Anbieter in Investitionen und Chancen, die nicht die meinen sind, danke ich mir leise und mit mir vermutlich viele, von denen man nie etwas hört, weil sie sich versteckt halten und schweigen.

Der Gewinn? Wenig genug, ungestört frühstücken, eine Mauer von Palmen um einen herum und ein 10 Meter breiter Wassergraben, in den heute die ersten gegangen sind, vor die Jacuzzidüsen. Vielleicht ein Longdrink unten am See und der Blick auf unbeschwerte, obwohl, mitunter auch bauchbeschwerte Briten, die im Tanz vergessen, dass sie nicht mehr im Empire leben, sondern in einer Marktdiktatur, die ihnen lässt, was sie anderen nimmt. Jemand meinte mal, Mussolini hätte 1945 hier einfach bleiben und nicht fliehen sollen, sich ein paar Monate im Speicher einer Villa verstecken, bin das Schlimmste vorüber ist, dann hätte man ihn hier sicher wieder zum Bürgermeister gewählt, und er hätte helfen können, die DC aufzubauen. Man will in Ruhe gelassen werden und lässt in Ruhe. So ist Gardone. Das ist angenehm, alles in allem.
Trotzdem geht es die Tage ins Gebiet des Terremoto.

Natürlich können sie auch anders, wenn sich etwa eine Möglichkeit bietet, das Nehmen in eigener Sache als hilfreich und sinnvoll darzustellen.Das geht allerdings nicht wirklich oft, was nach meinem Dafürhalten auch für die Neigung der Deutschen zu distanzierten Investitionen führt: Sparbuch, Festgeld, Aktie, aber weniger direkte Beteiligung an Firmen oder das Vermieten, wo die meisten durch Erbschaftsfälle dazu gekommen sind. Man muss diese Schutzfunktion der Anonymität vielleicht mit einrechnen, oder eben heraussubstrahieren, wenn man auf reale Werte kommen will.
Es fehlt oft ein wenig an der Dreistigkeit des Nehmen Wollens, auch wenn man ahnt, wie einem geschieht, wenn das kommt: Diese halb dreisten, halb vorsichtig absichernden Nachfragen, die einen in Sicherheit wiegen sollen, so schlimm sei das doch gar nicht - und dann kommt der schnelle Zugriff, das Einheimsen, und die Kontrolle, ob man das schluckt, weil Wiederholungen hier gefallen können. Hier könnte man lernen, aber nach meinen Erfahrungen neige ich eher dazu, mein Eigen festzuhalten und zu hoffen, im Dunklen übersehen zu werden, wie ein Gebälkträger in einer Kirche: Nehmt es von woanders her, ihr Anbieter in Investitionen und Chancen, die nicht die meinen sind, danke ich mir leise und mit mir vermutlich viele, von denen man nie etwas hört, weil sie sich versteckt halten und schweigen.

Der Gewinn? Wenig genug, ungestört frühstücken, eine Mauer von Palmen um einen herum und ein 10 Meter breiter Wassergraben, in den heute die ersten gegangen sind, vor die Jacuzzidüsen. Vielleicht ein Longdrink unten am See und der Blick auf unbeschwerte, obwohl, mitunter auch bauchbeschwerte Briten, die im Tanz vergessen, dass sie nicht mehr im Empire leben, sondern in einer Marktdiktatur, die ihnen lässt, was sie anderen nimmt. Jemand meinte mal, Mussolini hätte 1945 hier einfach bleiben und nicht fliehen sollen, sich ein paar Monate im Speicher einer Villa verstecken, bin das Schlimmste vorüber ist, dann hätte man ihn hier sicher wieder zum Bürgermeister gewählt, und er hätte helfen können, die DC aufzubauen. Man will in Ruhe gelassen werden und lässt in Ruhe. So ist Gardone. Das ist angenehm, alles in allem.
Trotzdem geht es die Tage ins Gebiet des Terremoto.
donalphons, 10:26h
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