: : : denn sie wissen nicht was sie tun sollen : : :

Donnerstag, 7. April 2016

Toskana im Herzen

Es ist herrlich, hier das gute Leben zu haben, und fern der allgemeinen Nachrichten zu sein - die Panama Papers spielen in Itlien übrigens kaum eine Rolle. Es ist sagenhaft leer, und wo sich sonst Busladungen drängen, kann man stundenlang andächtig verweilen.



Andere würden vielleicht ergriffen sein und dem Schöpfer danken, aber ich bin Atheist und obendrein noch von der fiesen Sorte, und mache mir ernsthafte Gedanken über das Leben und warum es hier so ist und woanders die Schlengenbrut der Unzufriedenen, der Leistungsfernen und Ungebildeten gezüchtet wird. Ein paar Legionen römischer Geniesser täten den ungewaschenen Barbaren im Sumpf ganz gut, dann würden sie weniger jammen, finde ich, und noch mehr - kurz, ich lasse die Gedanken wie ein blaues Band schweifen und wie eine Peitsche niedersausen.

Bevor es dann gleich weiter geht zu neuen Schönheiten. Es war alles etwas hektisch, aber schön, und heute ist mal Ruhetag - da kann ich auch mal wieder etwas arbeiten.

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Samstag, 2. April 2016

135mm

Als ich mir meine erste Olympus Pen kaufte, habe ich den Bildstabilisisator im Baptisterium vom Parma kennen und schätzen gerlernt. Der sitzt am Sensor und erlaubt es, auch in finsteren Löchern gute Bilder zu machen.



Wenn, ja wenn man entweder nah am Objekt ist, oder weitwinklig ablichtet. 84mm Tele mit Standardobjektiv ist aber in so einem hohen Gebäude gar nichts, wenn man sich für die praktisch nicht erkennbaren Details in 15 Meter Höhe interessiert. Da reicht das Licht nicht aus, und mit Blende 5,6 und der mickrigen Brennweite wird das alles nur trister, verwacckelter Farbmatsch.



Jetzt bin ich aber zurück und habe eine Pen E-P2 dabei. Mit neuer Firmware. Einem Konverter für Pentax-K-Objeltive. Und einem 20 Euro teuren, alten Makinon-135mm Objektiv mit Blende 2,8. Das macht, umgerechnt auf die Pen, 270 mm Tele. und im Bapristerium ist das Photographieren weiterhin erlaubt.



Wahrscheinlich denken sie dort, dass man ohne das verbotene Stativ da drin verloren ist, aber, wie man sieht: Es geht blendend, wenn die Ausrüstung stimmt.







Da sind zum Beispiel romanische Plastiken in der obersten Arkade. Zum ersten Mal sehe ich jetzt, was man da sehen könnte. Es ist finster. Es ist nicht ganz leicht, bei 1/6 eine ausreichend ruhige Hand zu haben. Aber es reicht aus. Gerade so eben so wird das Undenkbare möglich.



Und dann wird alles ganz einfach. Draussen ist es zudem bewölkt, das macht das Licht gleichmässig, und drinnen schiese ich die Kapitelle daher, wie es mir gefällt.

Ich kann die Kombination von einer alten, heute billigen Pen E-P2 oder E-P3, einem VF-2 Sucher, einem günstigen, alten manuellen 135mm und einem 50mm Pentax-M-Objektiv wirklich empfehlen. Da gehen dann Dinge, an denen man mit erheblich moderneren Systemkameras und Standardobjektiven immer noch schietert. Die Lumix-G-Modelle haben den Stabilisator ja leider im Objektiv - da geht so etwas nicht. Also fahre ich mit zwei Systemen über Sabbioneta und Parma ans Meer.

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Freitag, 1. April 2016

Brixen

So also ergab es sich, dass der junge Herr wie immer sehr spät aufzubechen sich bemüssigt fühlte, und froh sein konnte, nur bis Brixen durch Eis und Schnee zu fahtren. Brixen ist recht nah, aber schon in gewisser Weise Italien. Und dann, wenn man das richtige Hotel hat, auch wieder sehr deutsch.



Der ganze spröde Charme der k.u.k.-Monarchie ist erst dann wirklich schön, wenn auf dem Domvorplatz unerwarteterweise das Rahmenprogramm des grössten Kinderskirennens stattfindet. Ein Vorgeschmack auf Apresski in Kitzbühl. Dazu Kinder. Rahmenprogramm. Das Hotel ist glücklicherweise so weit entfernt, dass nur wenig Lärm durch die alten Flügelfenster dringt.



Die Natur ist übrigens kaum weiter als in Deutschland, und meine Lunge quittiert das mit leichtem Japsen. Die Cafes sind voll, Südtirol geht es weiterhin bestens, und oben an der Grenze war auch noch nichts von neuen Befestigungen zu sehen. Überhaupz. Brixen sieht immer noch aus wie in jenen Tagen, da ich oberhalb meinen Heuschnupfen kurierte. Ein pittoreskes Museum der 60er Jahre - kein Wunder, dass die heile Welt wieder Konkunktur hat. Wobei, was heisst schon heil?



Aber am Ende gibt es einfach welche, die solche Szenen im Hotelflur schätzen, und es kann auch nicht jeder Club Med und Aida machen. Es passt schon so, wie es ist. Und es kam auch keiner und hat mich abgerübt - jene, die es gern täten, sind zurückgeblieben, jenseits der Berge. Da sind sie gut aufgehoben.

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Donnerstag, 31. März 2016

Alle Wege führen nur in Richtung Rom

Also.

Es ist einiges passiert.

Mein Computer hat nun wirklich so viele Tastaturfunktionen verloren, dass er definitiv nicht mehr geht. Das ist schade, denn ich hatte mich gut eingewöhnt. Dann habe ich ein paar Panasonic G1 verschenkt, und bin auf G3 und G5 teilweise umgestiegen. Mehr Megapixel, andere Funktionen, ein paar Vorteile und Nachteile. Eine G3 kam dann prompt in eine elektrische Sitzverstellung und geht noch, ist aber verbogen und geplatzt. Ärgerlich, aber zum Glück nicht allzu teuer - und sie geht trotz Parallelverschiebung des Gehäuses noch.

Alles in allem starte ich also reichlich uneingespielt nach Italien.



Es ist ein erstaunlicher Tag, denn oben auf den Bergen liegt noch viel Schnee, und unten sitzt man schon wieder im Biergarten. Erstaunlich, nachdem auch vor einer Woche hier alles weiss und glitschig war. Noch etwas, das sich irgendwie nicht ganz richtig anfühlt. Mir geht das alles zu schnell. Ich bin es nicht gewohnt, im März schnell sein zu müssen, um noch einen Tisch draussen zu bekommen. Und in Italien stehen diesmal auch Dinge auf dem Programm, die ich noch nicht kenne. Gebucht habe ich auf den letzten Drücker. Da ist es doch schön, wenn zumindest hier in Reutberg alles so ist, wie es schon immer war.



Der letzte Zipfel Heimat und der erste Schritt nach Italien für dieses Jahr und die kommenden Monate. Ich werde dort mit Unterbrechungen recht lang sein, und viel tun. Und wenig arbeiten, so habe ich es zumindest versprochen. Zu viel will ich auch gar nicht berichten. Es ist einfach keine besonders gute Zeit, um zu viele Leuten mitzuteilen, was ich wann mit wem tue. Nicht, dass ich mich fürchte, exponiert zu sein. Ich bin nur sehr vielen auf die Füsse getreten und das Gesetz der Medien verlangt, dass die Anwort irgendwann übler als ein paar mies gelaunte Nonmentions wird. Wer in Italien ist, bekommt Ablass, so stelle ich mir das vor.

Der Sommer wird eh scheusslich genug.

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Gans

Wenn Netzfeministinnen von sich behaupten, sie hätten etwas mit Rechten anderer Frauen zu tun, kann ich auch sagen, dass "Dumme Gans" für eine Feministin Relativcharme ist - ohne auch nur ansatzweise in das moralische Jauchebad zu steigen, aus dem dieses braune Federvieh kriecht.

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Dienstag, 22. März 2016

CRKS

Man denkt ja nicht so viel, wenn man so vor sich hinkurbelt, und dass es da am Anfang der Tour mal gelnackst hat, kann viele Ursachen haben. Die Kette, der Zahnkranz, das Kettenblatt, sie alle machen manchmal so Geräusche. Das kommt vor. Ist ja auch nur einmal. Also weiter, immer weiter, auf die Jurahänge ins Abendlicht. Das Leben ist schön, der Körper agil und beweglich. Wenn ich an meine Schulkameraden denke, ist das nicht schlecht.



Oben dann die Entdeckung, dass die Kurbel locker ist. Das ist mir letztes Jahr schon zwei mal bei der L'Eroica passiert, bei meinem Rad am Tag vor dem Start und bei einem Leihrad leider zwischendrin. Es sind alte Vierkantlager, da kann so etwas schon mal passieren, aber das hier am Cinelli ist ersten frisch eingeschraubt und zweitens neu und drittens merke ich hier, dass ich keinen 8er Inbus dabei habe. Also schraube ich es notdürftig mit dem 6er wieder fest, so fest es halt geht, und kurble vor allem mit dem rechten Bein die 19 Kilometer nach Hause. Dort ist es dann schon finster, die Kurbel kann bis zum nächsten Tag warten.

Am nächsten Tag dann die Entdeckung, dass der Tod mitgefahren ist:



Das ist so richtig unschön. Ich bin vermutlich also 20 Kilometer mit normalen Antritten gefahren, als die Kurbel längst gerissen war. Das Problem war gar nicht die Schraube, sondern dieser Riss und die Aufweitung des Kurbelauges. Wenn die Kurbel nochmal gebrochen wäre...

Das ist ein Hinweis, wie schnell es gehen kann. Letztes Jahr wechselte ein Rad die Besitzerin, da habe ich extra eine stabilere Kurbel verbaut, weil sie vor so etwas Angst hatte. Das nun ist eigentlich eine stabile Kurbel, aber vielleicht war da ein Lunker im Metall. Letztlich ist sowas immer Statistik, ich habe die gleiche Kurbel auch an drei anderen Rädern klaglos in Betrieb, irgendwann passiert so etwas halt -

aber wenn es passiert, kann es böse ausgehen. Ich habe in der Hinsicht ein besonderes Vertrauen in mein Überleben, weil ich weiss, dass ich mindestens 97 Jahre alt werde. Aber so schnell kann es eben gehen. Das macht einen schon deutlich nachdenklicher als so mancher Tod eines Politikers. Wer mehr draussen und weniger am Rechner ist, ist eben auch näher an den grundegenden Dingen des Daseins. Egal wie agil und geschmeidig man ist, das Schicksal ist schneller.

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Mittwoch, 16. März 2016

Still

Der winter steigt noch einmal leise von den Bergen herab, schüttelt sienen weissen Mantel. aber hinter der Msuer, an der Heizung, sitze ich und träume von besseren Zeiten.



Und lese Bücher, zu denen ich nichts öffentich sagen will.

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Dienstag, 15. März 2016

Blau

Ein wenig. Ab und zu. Es muss erst noch einmal schlechter werden, damit es besser gehen kann.



Ach so, die Piraten gäbe es ja auch noch. Da sind immer noch einige feine Leute dabei, die ich sehr schätze. Aber auch genug, die mir das Material schicken, aus denen ich meine böseren "Denk selbst"-Beiträge stricke. Ich erwähne das bei der FAZ nicht explizit, aber es gruselt mich bei der Vorstellung, dass Leute, die für solche platten Lügen anfällig sind und billige Propaganda erbreiten, eigemtlich angetreten sind, um Politik bewusster zu machen. Das würde eine spassige Migrationspolitik werden, no borders und BGE für alle.

Was bringt es mir, wenn die öffentlichen Daten im Netz sind, und bei der inneren Einstellung und Meinungsbildung dominiert bei den angeblichen Denkern die gleiche kurz denkende Uninformiertheit, gepaart mit Ärger, wenn man auf den Fehler und die Propaganda hinweist? Will ich solche Leute im Parlament, nur weil sie schöne Offene-Standards-offene-Daten-Slogans haben, auf die ich gerne reinfallen würde?

Ich weiss nicht, was ich täte, wenn ich nicht selbst das ganz grosse Rad der FAZ hätte. Kochen vermutlich, und die Suppe müsste ich dennoch selbst auslöffeln.Keine olitik ist auch keine Lösung. Aber die Altparteien sind noch schlimmer.

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Montag, 14. März 2016

Guten Morgen

Wetter weiter grau. An Radfahren ist nicht zu denken. Leicht benommen wegen der Wahl. Da hilft mir dan meistens gutes, fettreiches und salziges Essen. Ausserdem muss viel Käse weg.



Inzwischen kann ich das sogar auf dem Elektroherd ganz gut. Wenigstens eine gute Entwicklung.

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